Eltmann – Mehrere Mitglieder der SPD-Stadtratsfraktion sowie Stadtratskandidatinnen und -kandidaten haben am vergangenen Samstag das HEG-Heizwerk in Eltmann besucht. Im Mittelpunkt des Termins stand ein sachlicher Austausch über die technische Entwicklung und die Bedeutung der Anlage für die kommunale Energieversorgung der Stadt.
Durch das Heizwerk führte Zweiter Bürgermeister Hans-Georg Häfner, der zu den Initiatoren des Projekts zählt und seit vielen Jahren mit dessen Aufbau und Weiterentwicklung befasst ist. Er erinnerte an die Anfänge im Jahr 1998, als das Heizwerk mit einer Investitionssumme von umgerechnet rund 4,5 Millionen Euro in Betrieb ging und für eine Stadt in der Größe Eltmanns als innovatives und zukunftsweisendes Vorhaben galt.
Bis heute wird die Anlage ausschließlich mit Holzhackschnitzeln aus dem städtischen Forst sowie aus umliegenden Privatwäldern betrieben. Derzeit werden rund 80 Einfamilienhäuser und 20 Mehrfamilienhäuser zuverlässig mit Fernwärme versorgt. Die Wärmeversorgung erfolgt dabei vollständig auf Basis erneuerbarer Rohstoffe und gilt als CO₂-neutral, da nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie das nachwachsende Holz zuvor gebunden hat.
Ergänzt wird das Heizwerk seit etwa zehn Jahren durch ein Blockheizkraftwerk, in dem aus Holzhackschnitzeln zunächst Holzgas gewonnen wird. Dieses wird nach mehrstufiger Reinigung in einem Gasmotor genutzt, der einen Generator antreibt. Mit einer Dauerleistung von 48 Kilowatt werden jährlich rund 285.000 Kilowattstunden Strom erzeugt – ebenfalls CO₂-neutral. Die dabei entstehende Abwärme wird vollständig in das Fernwärmenetz eingespeist, wodurch ein besonders hoher Wirkungsgrad erreicht wird.
Häfner erläuterte zudem, dass das Heizwerk kontinuierlich technisch weiterentwickelt werde. Erst im vergangenen Jahr seien ein neuer Pufferspeicher sowie ein moderner Brenner installiert worden, um Effizienz, Betriebssicherheit und Versorgungssicherheit weiter zu verbessern.
Ullrich Pfuhlmann, Mitglied des Stadtrats, nahm ebenfalls an der Besichtigung teil und würdigte die langfristige Ausrichtung des Projekts. Das Heizwerk zeige, wie wichtig es sei, Infrastrukturmaßnahmen frühzeitig anzustoßen und diese über Jahrzehnte hinweg fachlich zu begleiten und an neue technische Anforderungen anzupassen. Ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt mit e.on Bayern gestartet, befindet sich das HEG-Heizwerk heute vollständig in kommunaler Hand. Ergänzend betreibt die Stadt weitere Blockheizkraftwerke, unter anderem in der Stadthalle, im Kindergarten und im Schulzentrum, die zur dezentralen Energieversorgung beitragen. Der Besuch machte deutlich, welche Bedeutung kontinuierliche Investitionen, regionale Wertschöpfung und technische Weiterentwicklung für eine verlässliche, klimafreundliche und zukunftsfähige kommunale Wärmeversorgung haben.