Etappe verloren Gelbe Tonne kommt

20. Dezember 2018

Etappe verloren, der Einsatz für umweltbewusstes Handel bleibt

SPD enttäuscht über Kreistagsmehrheit für die Gelbe Tonne und gegen Bürgerentscheid

Der Kreistag Haßberge entschied sich mit 32 zu 22 Stimmen für einen Kompromissvorschlag des Landrates, ab 1. Januar 2020 die sogenannte "Gelbe Tonne", ein Holsystem für Leichtverpackungen, einzuführen. SPD, Grüne und ÖDP dagegen sprachen sich fast geschlossen dafür aus, die Gelbe Tonne nicht per Kreistagsbeschluss einzuführen, diese Entscheidung am 24. März den Wählern bei einem Bürgerentscheid zu überlassen. Allerdings soll trotzdem nicht gänzlich auf die Wertstoffhöfe im Landkreises für die restlichen Abfälle, die nicht Leichtverpackungen sind, verzichtet werden.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD Jürgen Hennemann (SPD) vertrat die Auffassung, da die Bevölkerung im Jahre 1992 per Volksentscheid die Grundlagen für das bestehende erfolgreiche und bewährte Wertstoffhofsystem geschaffen habe, könne nur das Volk per Bürgerentscheid auch das Aus für dieses bisherige Wertstoffhofsystem (Bringsystem) beschließen. Zu Beginn der Tagesordnung stellte auf Antrag der SPD-Fraktion der Leiter des Kreisabfallbetriebes Werner Neubauer einige in der Öffentlichkeit verbreitete falsche Thesen richtig. Deutlich wurde für die SPD nochmal, dass durch die sehr gute Trenn- und Sortierarbeit der Landkreisbürger, es sich beim derzeitigen Wertstoffhofsystem um eine nachhaltige umweltbewußte Müllentsorgung im Haßbergkreis geht.

Dargelegt wurde auch, die Wertstoffhöfe können aufgrund der dann fehlenden Mittel aus dem Dualen System mit den bisherigen Gebühren nicht wie bisher weiter zu betreiben sind. Diese beachtlichen sechsstelligen Mitbenutzungsentgelte aus den dualen Systemen gehen zukünftig dann an den Entsorger der Gelben Tonne. Diese Entgelte werden zukünftig privatisiert.

Mit den Ausführungen des Geschäftsführers des Abfallwirtschaftsbetriebes wurde deutlich der höhere Aufwand durch den Systemwechsel zur gelben Tonne wird über kurz oder lang über höhere Müllgebühren ausgeglichen, so das Fazit der SPD-Fraktion. Wie Wilfried Neubauer, Chef des Abfallwirtschaftsbetriebs, erläuterte, diene die bereits jetzt errechnete Gebührenerhöhung dem Erhalt des Wertstoffhofsystems, die „Gelbe Tonne“ selbst kostet keine Gebühr, denn die Gebührentonne ist die Restmülltonne. Das heißt aber auch: Wer die Gelbe Tonne nicht beantragt und seine Leichtverpackungen zum Wertstoffhof bringt, zahlt trotzdem mehr.

Die vorhandene Infrastruktur der Wertstoffhöfe muss erhalten werden. Für die nach wie vor nötigen Fahrten zu den Wertstoffhöfen dürfen auch in Zukunft die Wege nicht verlängert werden. Die Reduzierung der Öffnungszeiten muss maßvoll und im Sinne von Kundenfreundlichkeit erfolgen. Auf diese Punkte werden wir in Zukunft unser Augenmerk legen, so der Sprecher der SPD Kreistagsfraktion Jürgen Hennemann.

Für uns sei es wichtiger, Müll zu vermeiden, als diesen bequem zu entsorgen. Mit der Entscheidung für die "Gelbe Tonne" gehe das Umweltbewusstsein der Bürger leider ein Stück verloren. Die Verlierer der Abstimmung sind die Bürgerinnen und Bürger mit umweltbewußten Handeln. Das ist nicht gut. Wir zahlen mehr, können die gelbe Tonne nehmen oder nicht, wenn wir sie nicht wollen haben wir Nachteile, weil die Öffnungszeiten und der Service an den Wertstoffhöfen geringer werden. Das kann der Anfang vom Ende unserer erfolgreichen Wertstoffsammlungen im Landkreis sein, kommentiert stellvertretender SPD Kreisvorsitzender Paul Hümmer, Sand, die Mehrheitsentscheidung im Kreistag für den Systemwechsel zur „Gelben Tonne

Plastik im Meer

Teilen