Die gelbe Tonne kommt

06. Januar 2019

Etappe verloren, der Einsatz für umweltbewusstes Handeln bleibt!

Die gelbe tonne kommt

Haßfurt. Der Kreistag Haßberge entschied sich in seiner letzten Sitzung in namentlicher Abstimmung mit 32 zu 22 Stimmen ab 1. Januar 2020 die sogenannte "Gelbe Tonne", ein Holsystem für Leichtverpackungen, einzuführen. SPD, Grüne und ÖDP dagegen sprachen sich fast geschlossen dafür aus, die Gelbe Tonne nicht per Kreistagsbeschluss einzuführen, sondern diese Entscheidung den Bürgerinnen und Bürgern in einem Bürgerentscheid zu überlassen. Die SPD Haßberge zog zum Jahresende ein Resümee zu der langen und breiten Diskussionen um die Müllentsorgung im Landkreis. „Wir von der SPD bedauern diese Entscheidung“, so SPD Kreisvorsitzender Wolfgang Brühl. Allerdings soll trotzdem nicht gänzlich auf die Wertstoffhöfe im Landkreises für die restlichen Abfälle, die nicht Leichtverpackungen sind, verzichtet werden.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD Jürgen Hennemann (SPD) bekräftigte die Auffassung, da die Bevölkerung im Jahre 1992 per Volksentscheid die Grundlagen für das bestehende erfolgreiche und bewährte Wertstoffhofsystem geschaffen habe, könne nur das Volk per Bürgerentscheid auch das Aus für dieses bisherige Wertstoffhofsystem (Bringsystem) beschließen. Zu Beginn der letzten Kreistagssitzung im Dezember stellte auf Antrag der SPD-Fraktion der Leiter des Kreisabfallbetriebes Werner Neubauer einige in der Öffentlichkeit verbreitete, nicht sachgerechte, Thesen richtig. Deutlich wurde für die SPD nochmal, dass durch die sehr gute Trenn- und Sortierarbeit der Landkreisbürger, es sich beim derzeitigen Wertstoffhofsystem um eine nachhaltige umweltbewußte Müllentsorgung im Haßbergkreis geht. Mit dem jetzigen Wertstoffhofsystem sind wir der Zeit ein Stück voraus. Wir wären mit der aktuelleren Organisation unserer Müllentsorgung auch für die neuen gesetzlichen Entwicklungen gut gerüstet gewesen, so Kreisrat Uli Pfuhlmann.

Dargelegt wurde auch, die Wertstoffhöfe können aufgrund der dann fehlenden Mittel aus dem Dualen Systemen mit den bisherigen Gebühren nicht wie bisher weiter zu betreiben sind. Diese beachtlichen sechsstelligen Mitbenutzungsentgelte gehen zukünftig dann an den Entsorger der Gelben Tonne. Mit den Ausführungen des Geschäftsführers des Abfallwirtschaftsbetriebes wurde deutlich der höhere Aufwand durch den Systemwechsel zur Gelben Tonne wird über kurz oder lang über höhere Müllgebühren ausgeglichen, so das Fazit der SPD-Fraktion. Wie Wilfried Neubauer, Chef des Abfallwirtschaftsbetriebs, erläuterte, diene die bereits jetzt errechnete Gebührenerhöhung dem Erhalt des Wertstoffhofsystems, die „Gelbe Tonne“ selbst kostet keine Gebühr, denn die alleinige Gebührentonne ist die Restmülltonne. Das heißt aber auch: Wer die Gelbe Tonne nicht beantragt und seine Leichtverpackungen zum Wertstoffhof bringt, zahlt trotzdem mehr.

Die vorhandene Infrastruktur der Wertstoffhöfe muss erhalten werden. Für die nach wie vor nötigen Fahrten zu den Wertstoffhöfen dürfen auch in Zukunft die Wege nicht verlängert werden. Die Reduzierung der Öffnungszeiten muss maßvoll und im Sinne von Kundenfreundlichkeit erfolgen. Auf diese Punkte werden wir in Zukunft unser Augenmerk legen, so der Sprecher der SPD Kreistagsfraktion Jürgen Hennemann. Für uns sei es wichtiger, Müll zu vermeiden, als diesen bequem zu entsorgen. Mit der Entscheidung für die "Gelbe Tonne" gehe wahrscheinlich ein Stück des Umweltbewusstsein der Bürger leider verloren. Die Verlierer der Abstimmung sind die Bürgerinnen und Bürger mit umweltbewußtem Handeln. Das ist nicht gut. Wir zahlen mehr, können die gelbe Tonne nehmen oder nicht, wenn wir sie nicht wollen haben wir Nachteile, weil die Öffnungszeiten und der Service an den Wertstoffhöfen geringer werden. Das kann der Anfang vom Ende unserer erfolgreichen Wertstoffsammlungen im Landkreis sein, kommentiert stellvertretender SPD Kreisvorsitzender Paul Hümmer, die Mehrheitsentscheidung im Kreistag für den Systemwechsel zur „Gelben Tonne“.

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